Sichtbeton

 

Sichtbeton

„Unter Sichtbeton versteht man Betonbauteile, deren Ansichtsflächen Teil der architektonischen oder innen architektonischen Gebäudegestaltung sind.“ (Informationszentrum Beton, Link
Sichtbeton ist eine sichtbare geschalte Betonoberfläche, die ein vorausbestimmtes Aussehen und/oder vorausbestimmte Eigenschaften aufweist. Lafarge, Link

„Sichtbeton ist Beton, der nicht verputzt oder verblendet wird und dessen Ansichtsflächen meist gestalterische Funktionen erfüllen.“ Wikipedia, Link

Das sind nur drei Definitionen des Begriffes Sichtbeton, die sich deutlich unterscheiden aber alle irgendwie richtig und wahr sind.

Sichtbeton ist Beton, den man sieht. 

Dieser Satz erscheint auf den ersten Blick ein wenig trivial, doch kann man den Begriff durchaus so erklären. In vielen Ausschreibungen wird das erwartete Ergebnis immer noch so beschrieben. Außerdem sind gewollte und abgenommene Sichtbeton-Flächen und -Bauteile sehr unterschiedlich in Optik und Oberfläche. Man kann also durchaus sagen kann, dass sich Sichtbeton durch seine Sichtbarkeit erklärt und definiert.

Das Merkblatt Sichtbeton Link , zur Verwendung für Ort beton und das Merkblatt für Fertigteile aus Architektur-Beton, Link
für Fertigteile definieren die faktischen Bewertungsrichtlinien. Hier wird in die Sichtbeton-Klassen SB1 bis SB4 eingeteilt, unterschieden und eben Bewertungskriterien aufgeführt. Die – sehr objektive –  Bewertung bezieht sich auf zähl- und messbare Dinge wie Poren, Lunker, Kanten etc.

Ob Bauherr und/oder Architekt allerdings eine Sichtbeton Fläche als gelungen bewertet und diese abnimmt, hängt nur teilweise mit der Anzahl objektiv bewertbarer Faktoren ab (z.B. Menge an Lunker oder Schalhautstößen). Vielmehr ist Sichtbeton immer mehr ein ästhetisch anspruchsvolles Gestaltungsmittel geworden und die Vorstellung des gesamten Erscheinungsbildes einer Sichtbeton -Fläche oder eines Sichtbeton-Bauteils möchten erfüllt werden. Beton ist ein Naturprodukt und in der Herstellung abhängig von vielen Faktoren, sodass bei hochwertigen Sichtbeton-Flächen nur teilweise garantiert werden kann, wie der Beton aus der Schalung kommt.

Je höher der Anspruch an Sichtbeton ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es Mängel gibt bzw. Erscheinungen die nicht gewollt sind. Spätestens ab Sichtbetonklasse 3 gibt es unserer Erfahrung nach keinen mangelfreien Sichtbeton. Ausnahmen bilden hier jene Flächen, die entwurfsgemäß und geplant genau so belassen werden wie sie hergestellt.

Oft erleben wir bei unseren Projekten, dass für die Definition einer bestimmten Qualität ein Musterobjekt benannt wird und häufig erfährt man dann, dass diese Musterobjekte ebenfalls durch eine Nachbehandlung in den gewünschten Zustand gebracht worden sind. Kurzum: Sobald Sichtbeton zum Einsatz kommt, sollte ein Fachunternehmen wie SB5 von Anfang an mit eingeplant und hinzugezogen werden.

Die Unterscheidung bei SB5ÜNF

Wir bei SB5ÜNF unterscheiden zwei grundlegende Typen von Sichtbeton: Den High-Tech Sichtbeton und den „roughen“ (übersetzt: rau, grob, uneben) Sichtbeton.

Der High-Tech-Sichtbeton hat meist eine geschlossene, glatte Oberfläche mit wenig bis keinem Porenanteil, wenig Wolkigkeit. Er unterscheidet sich stark vom Beton wie er ursprünglich war. High-Tech-Sichtbeton erinnert eher an Oberflächen wie z.B. Marmor. Als Fertigteil ist solch reiner Sichtbeton planbarer als Ortbeton und verzeiht kaum Mängel.

Den roughen Sichtbeton findet man beispielsweise bei Bauwerken, deren Entstehung mehr als drei bis vier Jahrzehnte zurückliegt. Er wird aber auch immer mehr als Gestaltungsmittel bei aktuellen Bauten eingesetzt. Dieser Sichtbeton hat eine offenere Oberfläche; ist häufig schon durch die Auswahl der Schalhaut strukturiert (z.B. mittels sägerauer Schalung) und enthält verhältnismäßig viele Wolken, Lunker, Poren etc. Manch einer ist der Meinung, dass es sich nur bei diesem Sichtbeton wirklich um Sichtbeton handelt, „da Beton eben so aussieht wie er entsteht“.

SB5 – beschreibt eine fünfte Sichtbetonklasse und meint den nachträglich behandelten Sichtbeton unter Berücksichtigung der Möglichkeiten – von Anfang an. Unter Einbeziehung der Definition der Sichtbetonklassen lt. „Merkblatt Sichtbeton“ wird der Beton nach dem Ausschalen mittels Betonretusche, Betonlasur etc. behandelt und ist somit komplett planbar. Die Vorstellung des Planers und des Bauherren wird so Realität – mit zeit- und geldwerten Vorteilen.